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BEWEGUNG STÄRKT DEN KNOCHEN

Körperliche Aktivität nach Knochenbrüchen erhöht die Knochendichte...


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WIE VIEL SCHLAF IST GUT FÜR DIE KNOCHEN?

und kann es sein, dass unsere Schlafdauer Einfluss auf unser Osteoporoserisiko hat?


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OSTEOPOROSE PATIENTENLEITLINIE 2018

Neu überarbeitete aktuelle Version ab sofort bei der AKTION GESUNDE KNOCHEN erhältlich


22.02.17 09:41

STUDIE ZU MUSKELGESUNDHEIT

Höhere Proteinaufnahme wirkt sich, unabhängig von der Proteinquelle, positiv auf die Muskelmasse und -stärke bei Erwachsenen aus.



25.06.2012 09:36 Alter: 6 Jahre

DER GROSSE KLEINE UNTERSCHIED

Mensch ist nicht gleich Mensch: Die Gender-Medizin zeigt die Unterschiede auf. Erstmals auch für die Orthopädie.

Foto © Fotolia: DoraZett

Frauen kann es, wenn sie krank sind, ergehen, wie Musicalfigur Yentl: Das jüdische Mädchen muss sich als Mann verkleiden, um studieren zu können und so die gleiche Behandlung zu erfahren wie Männer. Haben Frauen eine Herzerkrankung, müssen auch sie oft auf die Gleichbehandlung warten - denn der weibliche Herzinfarkt kann mit anderen Symptomen daher kommen als der männliche. Und wird daher oft erst zu spät erkannt. Die Kardiologin Bernadine Healy nannte dieses Problem das Yentl-Syndrom und trat damit das Thema Geschlechterunterschiede in der Medizin los. Aus dem internistischen Bereich kommend, setzt sich die Gender Medizin nun auch in anderen Disziplinen durch.

"In der Medizin hat man bisher gerne so getan, als hätte man es mit neutralen Wesen zu tun", sagt Eva Rasky, Sozialmedizinerin an der MedUni Graz. "Ob Frau oder Mann, welches Alter, welche Lebensumstände - das alles wurde weggewischt." Ein Fehler, denn die Unterschiede sind groß. Es beginnt beim Umgang mit Gesundheit und Krankheit: "Frauen sind es ab der Pubertät gewohnt, sich mit ihrem Körper auseinanderzusetzen", weiß Rasky, und haben daher ein anderes Krankheitsbewusstsein. Auch in der Kommunikation über Symptome sind Frau und Mann nicht gleich. Während Männer klar sagen "Hier tut es weh", sind Frauen diffus, können das Unwohlsein nicht zuordnen.

Mann als Norm

"Der Mann wurde lange als Norm definiert", sagt Rasky. Das galt auch für Medikamententests, wo vor allem Männer in Studien aufgenommen wurden. Dabei können sich Nebenwirkungen bei Mann und Frau stark unterscheiden. Auch die Lebensumstände dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Männer gehen zum Arzt, weil ihre Frauen sie schicken, und Frauen lehnen öfter die Reha ab, da sie ihre Familie versorgen müssen.

In der Orthopädie gab es, wie in den meisten chirurgischen Bereichen, großen Aufholbedarf beim Thema Gender. Die Grazer Orthopädin Susanne Scheipl ist die Erste, die sich, gemeinsam mit Rasky, mit dem Gender-Aspekt in der Orthopädie beschäftigt und ein Buch dazu herausgegeben hat. "Auch in der Orthopädie gibt es ein Yentl-Syndrom", sagt Scheipl. So haben Frauen vor vielen Eingriffen (z. B. Knieprothesen) mehr Schmerzen und größere Einschränkungen.

Aber: "Man darf durch die Gender-Bewegung Krankheiten nicht nur Frauen oder nur Männern zuschreiben", sagt Scheipl. Und führt das Beispiel Osteoporose an, die als klassische Frauenkrankheit gilt und wo männliche Patienten unterversorgt sind. "Die Gender Medizin ist keine feministische Bewegung", sagen die Expertinnen. "Man muss für beide Geschlechter etwas tun."

Quelle: Kleine Zeitung, 19.06.2012