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03.07.2012 12:24 Alter: 6 Jahre

VITAMIN D: SONNENHORMON HOCH IM KURS

Lange Zeit war es für die positive Wirkung auf die Knochengesundheit bekannt. Vitamin D kann jedoch viel mehr: Das "Sonnenhormon" senkt nicht nur das Risiko für Osteoporose, sondern auch für Krebs- sowie Herz-Kreislauferkrankungen. Kein Wunder, dass es in der Öffentlichkeit derzeit hoch gehandelt wird.

Quelle: Bilderbox

DDr. Meinrad Peterlik von der Medizinischen Universität Wien erklärt, was hinter dem Boom steckt. Der Name täuscht: Vitamin D ist genau genommen kein Vitamin. Weil es der Körper selbst bildet, ist es eigentlich ein Hormon. Der Großteil entsteht durch UV-B-Bestrahlung der Haut, und zwar durch chemische Reaktionen in den unteren Hautschichten. "Auf diese Weise ist die Deckung des Vitamin D-Bedarfs bis zu ungefähr 80 Prozent möglich", sagt DDr. Meinrad Peterlik, em. o. Universitätsprofessor vom Institut für Pathophysiologie der Medizinischen Universität Wien. Die restlichen 20 Prozent sollten über die Ernährung zugeführt werden. Nahrungsmittel, die besonders viel Vitamin D enthalten, sind fetter Fisch wie Lachs oder Hering, Milch und Milchprodukte sowie Eidotter.

Kritik an der Vitamin D-Hysterie

Vitamin D war lange Zeit in der Öffentlichkeit vor allem wegen seiner wichtigen Funktion beim Knochenaufbau und bei der Zahnentwicklung bekannt. In jüngster Zeit wird es in Zusammenhang mit vielen anderen positiven Wirkungen genannt - das Sonnenhormon ist heiß begehrt. "Die ersten Studien über eine mögliche protektive Wirkung von Vitamin D auf verschiedene Krebserkrankungen, insbesondere Dickdarm- und Brustkrebs, wurden allerdings schon um 1985 in den USA publiziert. Um das Jahr 2000 nahm dann die Zahl der Berichte zu, dass Vitamin D nach Umwandlung in die aktive Form 1,25-Dihydroxyvitamin D auch das Risiko für Infektions- und entzündliche Erkrankungen, vor allem Autoimmunerkrankungen, senken kann. durch die vielen positiven Meldungen in wissenschaftlichen Journalen ist zuerst in den USA, später auch in Europa die Öffentlichkeit auf das Vitamin D aufmerksam geworden - allerdings hat eine unkritische Berichterstattung in diversen Medien geradezu zu einer Vitamin D-Hysterie geführt", sagt der Universitätsprofessor. Dabei entsteht oft der Eindruck, dass sich viele Gesundheitsbeschwerden durch eine Zufuhr von Vitamin D in hohen Dosen verhindern ließen. Peterlik fordert hier zur kritischen Auseinandersetzung auf: "Tatsächlich weisen einige dieser Beobachtungsstudien schwere methodische Mängel auf. Es wurden etwa nur kleine Gruppen von Patienten untersucht oder Alter und Geschlecht blieben unberücksichtigt. Nicht aus jeder Beobachtung eines niedrigen Vitamin D-Status kann daher auf ein erhöhtes Krankheitsrisiko geschlossen werden."

Vitamin D-Mangel durch zu wenig UV-Exposition

Fakt aber ist, dass gerade im Winter die Sonneneinstrahlung in vielen europäischen Ländern zu gering ist, um ausreichend Vitamin D zu bilden. Aber auch die geänderten Lebensbedingungen mit wenig Bewegung im Freien tragen dazu bei, dass viele Menschen ihren Vitamin D-Bedarf nicht decken. Die Folge: Ein Vitamin D-Mangel, von dem mindestens 25 Prozent der österreichischen Bevölkerung betroffen ist. Dieser kann vielfältige Auswirkungen haben. Es steigt das Risiko für Osteoporose, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Mangel kann auch zur Entstehung von Krebserkrankungen wie Dickdarm- oder Mammakarzinomen beitragen. Ein Freibrief für eine hohe Zufuhr von Vitamin D ist das aber nicht: "Die Wirksamkeit von Vitamin D bei der essentiellen Hypertonie, also Bluthochdruck, ist umstritten, auch zur Prävention oder Behandlung des Diabetes mellitus Typ I, des sogenannten Altersdiabetes, ist Vitamin D vollkommen ungeeignet."

15 bis 20 Minuten Sonne täglich

Doch wie viel Vitamin D ist täglich notwendig? "Internationalen Empfehlungen zufolge sollen dem Organismus täglich 600 bis 800 I.E. (Internationale Einheit, Anm.d.Red.) Vitamin D3 mit der Nahrung oder, wenn dies nicht möglich ist, durch Kombinationspräparate, die auch Calcium enthalten, zugeführt werden. Dazu sollte man täglich zwei Handteller große Hautareale, beispielsweise Gesicht, Arme oder Oberkörper, für 15 bis 20 Minuten dem Sonnenlicht aussetzen", so der Mediziner. Eine direkte Sonneneinstrahlung ist dabei nicht unbedingt notwendig, da die UV-B-Strahlung durch Streuung auch bei teilweise bewölktem Himmel oder im Halbschatten wirksam ist. Doch aufgepasst: "Von einer unkritischen Verwendung von Sonnencremen mit hohem Lichtschutzfaktor im Alltagsleben und bei normal empfindlicher Haut würde ich abraten, wenn diese nicht medizinisch indiziert ist. Amerikanische Untersuchungen haben darauf hingewiesen, dass durch die zunehmende Verwendung von Sonnencremen die Häufigkeit des Dickdarmkarzinoms signifikant ansteigt. Man muss also einen Mittelweg gehen: Selbstverständlich ist ein hoher Lichtschutzfaktor bei längerer, intensiver Sonneneinstrahlung, wie zum Beispiel im Hochgebirge und in südlichen Breiten, angezeigt", ergänzt Peterlik.

Mehr Bewegung im Freien

Generell lässt sich einem Vitamin D-Mangel durch Änderung der Lebensgewohnheiten vorbeugen: "Als Erstes sollte versucht werden, sich viel im Freien zu bewegen und den Bedarf durch eine Umstellung auf Vitamin D- und calciumreiche Ernährung zu sättigen. Falls das nicht möglich ist, kann der Vitamin D-Insuffizienz durch Einnahme entsprechender Päparate vorgebeugt werden", erklärt der Universitätsprofessor. Weil bei Personen mit Vitamin D-Mangel häufig auch eine Calciummangelernährung vorliegt, sollte Vitamin D  und Calcium gleichzeitig zugeführt werden.

Quelle: OÖNachrichten / nachrichten.at

Verfasserin: Mag. Birgit Koxeder

Juni 2012